Livret A unter der Inflation: Abflüsse und Vergleiche nach Steuern
Bei 1,7 % Zinsen und 3,4 % Inflation im selben hypothetischen Jahr würde ein Livret-A-Guthaben etwa 1,64 % Kaufkraft verlieren.INSEE
Die 1,7 % sind der aktuelle Zins; die vorläufigen 3,4 % VPI messen das Jahr bis Oktober 2026. INSEE Das ist eine Illustration, keine realisierte Rendite oder Prognose.
Die Abflüsse fielen mit diesem Abstand zusammen; die Daten belegen keine Motive der Sparer. Von Januar bis September 2026 hoben sie aus Livret A und LDDS netto 8,53 Mrd. € ab. Frankreichs Pauschalsteuer von 31,4 % verändert den Vergleich: 2,48 % brutto sind nötig, um die 1,7 % des Livret A zu erreichen. Zugang, Verfügbarkeit und Risiken bleiben unterschiedlich.
Das Wichtigste in Kürze
Das Livret A zahlt seit März 2026 weniger als die Inflation. Bei 1,7 % gegenüber 3,4 % Inflation im Oktober (vorläufig) liegt der reale Zins bei etwa -1,6 %.
Die Abflüsse sind real, aber klein. Die in neun Monaten abgezogenen 8,53 Mrd. € entsprechen etwa 1,4 % des Bestands von 615,2 Mrd. € Ende 2025.
Steuern verändern den Vergleich. Ein steuerpflichtiges Produkt muss in Frankreich 2,48 % brutto zahlen, um 1,7 % steuerfrei zu erreichen, und keines der modellierten Zwölfmonatsbeispiele übersteigt unter den angegebenen Steuerannahmen die zuletzt gemessene Jahresinflation.
Der Zins des Livret A wurde innerhalb eines Jahres dreimal gesenkt: von 3,0 % auf 2,4 % im Februar 2025, auf 1,7 % im August 2025 und auf 1,5 % im Februar 2026. Am 1. August 2026 stieg er wieder auf 1,7 %. Im selben Zeitraum zog die Inflation in Frankreich an, getrieben von Energie. Das INSEE schätzt sie für Oktober 2026 vorläufig auf 3,4 % beim Verbraucherpreisindex und auf 3,8 % beim harmonisierten Index, der im Diagramm verwendet wird. INSEE
Der aktuelle Zins im Vergleich zur Inflation der letzten zwölf Monate ergibt einen realen Zins von etwa -1,6 %. Das ist eine Momentaufnahme, keine tatsächlich erzielte Rendite. Vorher sah es anders aus: 2024 zahlte das Livret A 3,0 % bei durchschnittlich 2,0 % Inflation, 2025 im Schnitt etwa 2,2 % bei 0,9 %. Der negative reale Zins ist eine Entwicklung des Jahres 2026, die im März begann.
Warum die Formel hinterherläuft
Die Mitteilung der Banque de France vom Juli 2026 erläutert die halbjährliche Berechnung aus der Inflation ohne Tabak und €STR. Banque de France Die Banque de France rechnet am 15. Januar und am 15. Juli, neue Sätze gelten normalerweise ab 1. Februar und 1. August.
Die Berechnung vom Juli 2026 beruhte laut Banque de France auf einer durchschnittlichen Inflation von 1,52 % und einem durchschnittlichen €STR von 1,95 % für Januar bis Juni. Danach beschleunigte sich die Inflation. Der bis zum 31. Januar 2027 geltende Satz spiegelt also die Preise des Frühjahrs, nicht die des Herbstes. Die Regierung kann zudem von der Formel abweichen: Im Februar 2026 rundete sie errechnete 1,4 % auf 1,5 % auf.
Die nächste Anpassung
Der Satz für den 1. Februar 2027 war am 4. November 2026 noch nicht bekannt. Im Oktober 2026 veröffentlichte Presseprognosen reichen von 2,4 % bis 2,6 % (MoneyVox, JeChange). Das sind Schätzungen, die Berechnung im Januar oder die Entscheidung der Regierung können davon abweichen.
Steuerfrei entspräche ein hypothetisches Livret A mit 2,5 % etwa 3,64 % brutto für einen Sparer, der die Pauschalsteuer von 31,4 % zahlt. Das zählt für jeden heutigen Vergleich: Ein Angebot, das das Livret A im November schlägt, schlägt es im Februar vielleicht nicht mehr. Es heißt nicht, dass das Livret A wieder über der Inflation liegen wird. Das hängt von der Preisentwicklung der kommenden Monate ab.
Was die Abflüsse zeigen
Laut Caisse des Dépôts waren die Nettomittelflüsse in Livret A und LDDS in sieben der ersten neun Monate 2026 negativ, insgesamt -8,53 Mrd. €. Auf das Livret A allein entfielen -6,92 Mrd. €. Der September brachte mit -2,22 Mrd. € den zweitgrößten Abfluss des Jahres, nach -2,27 Mrd. € im Januar, Juli und August waren leicht positiv.
Gemessen am Bestand sind die Abflüsse klein. Ende September 2026 lagen 606,7 Mrd. € auf beiden Sparbüchern, fast so viel wie ein Jahr zuvor mit 606,8 Mrd. €, weil die jeweils im Dezember gutgeschriebenen Zinsen (12,64 Mrd. € im Jahr 2025) die Abhebungen ausgleichen. Die Zahlen zeigen auch nicht, wohin das Geld floss.
Daten der Banque de France für das erste Quartal 2026 geben Hinweise. Regulierte Sparbücher verloren 10,4 Mrd. €, während Termineinlagen und gewöhnliche Sparkonten 4,5 Mrd. € und Lebensversicherungen und Altersvorsorge in Euro 13,4 Mrd. € gewannen. Ende März hielten französische Haushalte direkt nur 29,3 Mrd. € in Geldmarktfonds, gegenüber 938,8 Mrd. € auf regulierten Sparbüchern. Geldmarktfonds bleiben für Haushalte eine Nische.
Steuerfreiheit zählt mehr als der Zinssatz
Zinsen auf Livret A, LDDS und LEP sind in Frankreich von Einkommensteuer und Sozialabgaben befreit. Seit 2026 werden Zinsen auf gewöhnliche Sparkonten und Festgeld sowie Gewinne aus Geldmarktfonds im Depot pauschal mit 31,4 % besteuert: 12,8 % Einkommensteuer und 18,6 % Sozialabgaben (service-public.fr). Ein steuerpflichtiger Zins muss also 2,48 % brutto erreichen, um mit den 1,7 % des Livret A gleichzuziehen.
Neukunden, Girokonto erforderlich; Eröffnung 19. Oktober–3. Dezember 2026; Zinsgrenze 300.000 €; Einlagensicherung 100.000 € je Person und Bank.
Die meisten dauerhaften Sätze liegen unter der Schwelle von 2,48 %. Einige Aktionszinsen liegen darüber, meist aber nur drei bis sechs Monate und unter Bedingungen wie der Eröffnung eines Girokontos. Haushalte, die für den progressiven Tarif optieren und einen Grenzsteuersatz von 0 % haben, zahlen nur die 18,6 % Sozialabgaben, was die Schwelle auf 2,09 % senkt.
Die Ausnahme LEP
Für berechtigte Haushalte zahlt das LEP 2,5 % steuerfrei auf bis zu 10.000 €, mit Einkommensgrenzen und variablem reguliertem Zins. Die Berechtigung hängt vom steuerlichen Referenzeinkommen ab: 2026 bis 23.028 € für einen Steueranteil im französischen Mutterland, plus 6.149 € je zusätzlichem halben Anteil. Laut Banque de France besitzen mehr als 12 Millionen Menschen ein LEP, und die Formel allein hätte 2,2 % ergeben.
Dasselbe Muster in Deutschland
Deutsche Sparer haben kein steuerfreies Gegenstück zum Livret A. Der Durchschnittszins auf alle täglich fälligen Einlagen privater Haushalte in Deutschland lag im September 2026 bei 0,52 %; darin sind unverzinste Girokonten enthalten. MIR Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober laut vorläufiger Schätzung von Destatis um 2,8 %. Destatis Die nicht befristeten Angebote der Stichprobe zahlen etwa 2,5 % bis 2,6 %, nach 26,375 % Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag also rund 1,84 % bis 1,91 %.
Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) stellt Zinserträge bis zu dieser Höhe steuerfrei. Bei 10.000 € und 2,5 % Zins wären das 250 € im Jahr, also ohne andere Kapitalerträge ganz steuerfrei. Auch dann bleiben 2,5 % unter einer Inflation von 2,8 %. Destatis Wer mehrere Konten und Depots hat, sollte den Freibetrag über alle Freistellungsaufträge hinweg betrachten.
Drei Wege näher an den EZB-Zins
Der Einlagesatz der EZB liegt seit dem 16. September 2026 bei 2,50 %, der €STR betrug am 3. November 2,445 %. €STR Drei Arten von Produkten können nahe an diesem Satz zahlen und das Geld verfügbar halten. Jede hat eigene Absicherung, Besteuerung und Risiken, die die anderen Artikel dieser Serie beschreiben.
Tagesgeld und Zinsen auf Broker-Guthaben. Manche Banken und Broker geben den EZB-Zins weitgehend weiter, viele nicht. Einlagen sind bis 100.000 € pro Bank gesetzlich gesichert. Siehe Tagesgeld und Weitergabe des EZB-Zinses.
Geldmarktfonds und Overnight-ETFs. Sie bilden den €STR abzüglich Kosten ab und lassen sich in wenigen Tagen verkaufen, sind aber keine Einlagen und verloren in den Jahren negativer Zinsen Geld. Siehe Geldmarktfonds und Geldmarkt-ETFs.
In Euro abgesicherte US-Staatsanleihen. Die US-Zinsen sind höher, aber die Währungsabsicherung kostet ungefähr die Zinsdifferenz. Die NAV-Beispiele für das Jahr bis 30. September 2026 lagen unter dem aufgezinsten €STR. Siehe währungsgesicherte US-Staatsanleihen.
Keines der modellierten Zwölfmonatsbeispiele übersteigt unter den angegebenen Steuerannahmen die zuletzt gemessene Jahresinflation. Dieser datierte Vergleich ist weder vollständig noch eine Prognose. Kurzfristig verfügbares Geld dient anstehenden Ausgaben und Stabilität; seine langfristige reale Rendite hängt von Zinsen, Inflation, Kosten und Steuern ab. Langfristiges Kapital braucht einen eigenen Plan, der dessen Risiken berücksichtigt, allen voran Kursverluste an den Märkten.
Wer was anbietet
Einige Beispiele, geprüft am 4. November 2026. Die Zinsen sind variabel, Aktionszinsen gelten nur für Neukunden.
In Deutschland
Trade Republic: 2,50 %. Variabler Zins ohne Obergrenze; Guthaben kann Geldmarktfonds enthalten, mit Kapitalrisiko und ohne Einlagensicherung für diesen Teil.
Scalable Capital: 2,60 %. Variabler Zins ohne Obergrenze; ohne PRIME+ kann Guthaben in Geldmarktfonds liegen, mit Kapitalrisiko und ohne Einlagensicherung für diesen Teil.
Tagesgeld bei EU-Banken über Raisin: führende Angebote zwischen 2,46 % und 2,60 %.
Neukundenzins: Openbank 4,00 % für vier Monate auf bis zu 100.000 €, danach derzeit 2,00 %.
In Frankreich
Livret A, LDDS und LEP haben in jeder Bank denselben regulierten Satz.
BforBank: 3,50 % für 12 Monate, danach 1,50 %. Neukunden, Girokonto erforderlich; Eröffnung 19. Oktober–3. Dezember 2026; Zinsgrenze 300.000 €; Einlagensicherung 100.000 € je Person und Bank.
Distingo: 4,5 % für 3 Monate, danach 2,25 %. Ersteröffnung; Zinsgrenze 200.000 €. Antrag bis 30. November 2026, 16 Uhr Paris; vollständige Unterlagen und erste Einzahlung bis 11. Dezember, 16 Uhr; Konto am 31. März 2027 offen. Einlagensicherung 100.000 € je Person und Bank.
Trennen Sie Geld, das Sie innerhalb eines Jahres brauchen könnten, vom langfristigen Kapital.
Vergleichen Sie nach Steuern: In Deutschland bleiben von einem Bruttozins ohne Freibetrag und Kirchensteuer 73,625 %.
Rechnen Sie bei Aktionszinsen den Durchschnitt über 12 Monate inklusive des Zinses nach Ablauf der Aktion.
Prüfen Sie die Absicherung: Einlagen sind bis 100.000 € pro Bank geschützt, Fondsanteile sind keine Einlagen.
Prüfen Sie bei Banken aus anderen EU- oder EWR-Ländern, welche nationale Einlagensicherung gilt.
Wiederholen Sie den Vergleich nach dem 1. Februar 2027, wenn sich der Zins des Livret A ändert.
Quellen und Methode
Zinssätze, Obergrenzen und Steuerbefreiung: service-public.fr zu Livret A, LDDS und LEP; Mitteilungen der Banque de France vom 15. Januar 2026 und 15. Juli 2026.
Mittelflüsse und Bestände: monatliche Mitteilung der Caisse des Dépôts für September 2026, veröffentlicht am 22. Oktober 2026. Nettomittelflüsse ohne gutgeschriebene Zinsen.
Inflation Frankreich: vorläufige Schätzung des INSEE für Oktober 2026, veröffentlicht am 30. Oktober 2026. Das Diagramm nutzt den harmonisierten Eurostat-Index, mit dessen Jahresraten für 2026 und älteren EZB-Beobachtungen bis September 2026.
Das Livret A ist Frankreichs staatlich reguliertes Sparbuch. Der Zins wird nach einer gesetzlichen Formel festgelegt und ist in jeder Bank gleich, derzeit 1,7 %. Zinsen sind von Einkommensteuer und Sozialabgaben befreit, Einzahlungen sind auf 22.950 € begrenzt, und das Guthaben ist jederzeit verfügbar und durch den Staat garantiert. Ein vergleichbares steuerfreies Produkt gibt es in Deutschland nicht.
Wann ändert sich der Zins des Livret A?
Die Banque de France berechnet den Zins am 15. Januar und am 15. Juli, neue Sätze gelten normalerweise ab dem 1. Februar und dem 1. August. Der Satz für den 1. Februar 2027 war am 4. November 2026 noch nicht bekannt. Im Oktober 2026 veröffentlichte Presseprognosen reichen von 2,4 % bis 2,6 %. Das sind Schätzungen, und die Regierung kann von der Formel abweichen.
Gibt es in Deutschland Konten, die die Inflation schlagen?
Keines der modellierten Zwölfmonatsbeispiele übersteigt unter den angegebenen Steuerannahmen die zuletzt gemessene Jahresinflation. Die nicht befristeten Angebote der Stichprobe zahlen etwa 2,5 % bis 2,6 %, nach 26,375 % Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag also rund 1,84 % bis 1,91 %. Die Verbraucherpreise stiegen im Oktober 2026 laut vorläufiger Schätzung um 2,8 %. Höhere Neukundenzinsen gelten meist nur vier bis sechs Monate.