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Tagesgeld zum EZB-Zins: welche Anbieter ihn weitergeben, November 2026


Am 4. November 2026 verzinste die EZB Einlagen der Banken mit 2,50 %, während der jüngste Durchschnitt für täglich fällige Haushaltseinlagen in Deutschland bei 0,52 % für September 2026 lag. MIR Konten, die den Großteil des EZB-Zinses weitergeben, gibt es. Dauerhaft waren etwa 2,5 % bis 2,6 % erhältlich, kurze Neukundenangebote lagen darüber. Keines der modellierten Zwölfmonatsbeispiele übersteigt unter den angegebenen Steuerannahmen die zuletzt gemessene Jahresinflation. Dieser datierte Vergleich ist weder vollständig noch eine Prognose.

Dieser Ratgeber erklärt die Lücke zwischen EZB-Zins und Durchschnittszins, die drei Stufen von Angeboten, den Vergleich von Aktions- und Dauerzinsen, die Einlagensicherung und die Steuern. Danach folgt eine Anbieterübersicht für Deutschland mit Zinssätzen vom 4. November 2026. Die Zinsen sind variabel: Prüfen Sie die Seite des Anbieters, bevor Sie ein Konto eröffnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die meisten Einlagen bringen weit weniger als den EZB-Zins. Im September 2026 brachten täglich fällige Einlagen privater Haushalte im Schnitt 0,52 % in Deutschland und 0,30 % im Euroraum, bei einem EZB-Einlagesatz von 2,50 %. MIR
  • Vergleichen Sie den Zins über zwölf Monate nach Steuern. Vier Monate zu 4,00 % und danach 2,00 % ergeben 2,67 % im Jahr, nach 26,375 % Steuer etwa 1,96 %.
  • Prüfen Sie, wo Broker-Guthaben liegt. Ein Teil der „Zinsen“ kann aus Geldmarktfonds stammen, die nicht unter die Einlagensicherung fallen.

Die EZB hat die Zinsen erhöht, die Einlagen kaum

Liniendiagramm, Januar 2022 bis September 2026. Der Einlagesatz der EZB stieg 2023 von −0,5 % auf 4 %, sank 2025 auf 2 % und stieg im September 2026 auf 2,5 %. Die Durchschnittszinsen auf täglich fällige Einlagen privater Haushalte blieben weit darunter: 0,52 % in Deutschland, 0,30 % im Euroraum und 0,05 % in Frankreich im September 2026.

Der Einlagesatz der EZB lag bis Juli 2022 bei -0,50 %, erreichte von September 2023 bis Juni 2024 4,00 % und sank bis Juni 2025 auf 2,00 %. Am 17. Juni 2026 stieg er auf 2,25 % und am 16. September 2026 auf 2,50 %; am 29. Oktober wurde er bestätigt. Der Euro-Kurzfristzins €STR, zu dem sich Banken über Nacht Geld leihen, lag am 3. November 2026 bei 2,445 %. €STR

Im Zinserhöhungszyklus 2022 bis 2024 stieg der Einlagesatz um 4,5 Prozentpunkte. Der Durchschnittszins auf täglich fällige Einlagen deutscher Haushalte stieg nur um 0,64 Punkte, von -0,02 % auf 0,62 %, also um etwa 14 % des Anstiegs. Seit Mai 2026 stieg der Einlagesatz um 0,5 Punkte, der deutsche Durchschnitt um 0,04 Punkte. Festgeld folgt enger: Neue Einlagen mit bis zu einem Jahr Laufzeit brachten im September 2026 2,39 %.

Diese Durchschnitte muss man richtig lesen. Die Zinsstatistik erfasst alle täglich fälligen Einlagen privater Haushalte, laut Bundesbank verzinste und unverzinste, mit und ohne Zahlungsverkehrsfunktion. Die 0,52 % mischen also Girokonten ohne Zins mit Tagesgeldkonten. MIR Sie zeigen, was Haushalte tatsächlich auf ihr verfügbares Geld bekommen, nicht den typischen Tagesgeldzins.

Den angebotenen Zinsen kommt eine andere Zahl näher. Der einfache Durchschnitt der Tagesgeldzinsen von 100 Banken und Sparkassen lag laut Tagesgeldvergleich.net am 1. November 2026 bei 2,13 %. Die angebotenen Zinssätze unterscheiden sich also deutlich. Der Großteil der Guthaben bleibt aber auf niedrig verzinsten Konten, und Banken haben wenig Grund, Kunden mehr zu zahlen, die nicht wechseln.

Drei Stufen von Angeboten

Die Angebote im November 2026 lassen sich in drei Gruppen einteilen.

  • Standardzinsen großer Banken: oft 0,5 % bis 1,0 %. DKB listete am 8. September 2026, vor der Zinserhöhung, 0,75 % bei Postbank, ING, comdirect und Commerzbank sowie 0,50 % bei der Deutschen Bank.
  • Neukundenangebote: 3,5 % bis 4,25 % für vier bis sechs Monate, meist mit Obergrenze und Bedingungen, danach 0,75 % bis 2,0 %.
  • Dauerzinsen nahe dem EZB-Satz: etwa 2,5 % bis 2,6 % bei Brokern und einigen Banken auf Einlagenplattformen, variabel und ohne Enddatum.

Ein Aktionszins ist so viel wert, wie er über die Haltedauer bringt. Zum Vergleich gewichten Sie die Zinsen mit den Monaten: vier Monate zu 4,00 % und acht Monate zu 2,00 % ergeben (4 × 4,00 + 8 × 2,00) ÷ 12 = 2,67 % im Jahr. Auch der Anschlusszins ist nicht garantiert; die Rechnung bleibt eine Schätzung.

Lesen Sie die Bedingungen so genau wie den Zins. Viele Aktionen gelten nur für Neukunden, nur bis zu einem Höchstbetrag oder nur mit Girokonto. Wer alle paar Monate einem neuen Angebot folgt, investiert Zeit und eröffnet viele Konten. Ein Vorteil von wenigen Zehntelpunkten auf einige Tausend Euro bringt im Jahr oft nur einen zweistelligen Betrag.

Woher die „Zinsen“ von Brokern kommen

Broker wie Trade Republic und Scalable Capital verzinsen nicht investiertes Guthaben nahe am EZB-Satz. Nicht alles davon liegt zwingend als Bankeinlage. Scalable Capital schreibt, dass Guthaben ohne PRIME+-Abo in Geldmarktfonds mit OGAW-Schutzstandards gehalten werden kann. Trade Republic nennt auf seiner französischen Seite als Quelle der Zinsen Partnerbanken, Liquiditätsfonds und einen eigenen Zuschuss.

Der Unterschied ist für den Schutz wichtig. Einlagen sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich gesichert. Die BaFin stellt klar: „Investmentfondsanteile fallen nicht unter die Einlagensicherung.“ Ein Geldmarktfonds trägt stattdessen Markt- und Kontrahentenrisiken; unser Ratgeber zu Geldmarktfonds erklärt, wie sie funktionieren und wann sie Geld verloren haben.

Einlagensicherung, Bank für Bank

Jede Bank in der EU gehört einer gesetzlichen Einlagensicherung an, die Einlagen bis 100.000 € pro Kunde und Bank erstattet, wenn die Bank ausfällt. Gemeinschaftskonten geben jedem Inhaber einen eigenen Anspruch. Freiwillige Sicherungsfonds der Bankenverbände kommen hinzu, gewähren laut BaFin aber keinen Rechtsanspruch. Mehrere Marken mit einer Banklizenz teilen sich eine Obergrenze.

Einlagen bei einer Bank aus einem anderen EU-Land sichert die Einlagensicherung dieses Landes. Das Klarna-Flexkonto etwa fällt unter das schwedische System, die Partnerbanken auf Raisin unter ihr jeweiliges nationales System. Das Schutzniveau ist EU-weit auf 100.000 € harmonisiert, die Entschädigung liefe aber über eine ausländische Stelle.

Steuern: was vom Zins bleibt

Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, gegebenenfalls zuzüglich Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag stellt 1.000 € Kapitalerträge im Jahr frei, bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren 2.000 €. Bei 2,6 % entsprechen 1.000 € Zinsen einem Guthaben von etwa 38.500 €, sofern keine anderen Kapitalerträge den Freibetrag nutzen. Darüber bleiben von 2,50 % brutto etwa 1,84 %.

Die Inflation lag im Oktober 2026 laut vorläufiger Schätzung des Statistischen Bundesamts bei 2,8 %, im September bei 3,3 %. Destatis Auch der betrachtete nicht befristete Zins brachte damit nach Steuern einen realen Verlust von rund einem Prozentpunkt. Ein Tagesgeldkonto schützt den Nennwert und die Verfügbarkeit, nicht die Kaufkraft. Für Geld, das lange liegen bleibt, ist es deshalb nur ein Baustein.

Was Sie vor einem Wechsel prüfen sollten

  • Vergleichen Sie die Auszahlungsfrist jedes Produkts mit dem Zeitpunkt, zu dem Sie das Geld benötigen könnten.
  • Vergleichen Sie den Zins über zwölf Monate nach Steuern mit Ihrem bisherigen Konto.
  • Prüfen Sie die Bedingungen der Aktion: Neukunden, Höchstbetrag, Girokonto, Mindesthaltedauer.
  • Prüfen Sie, welche Bank das Geld hält und welche Einlagensicherung greift.
  • Prüfen Sie bei Brokern, ob das Guthaben als Einlage oder teilweise in Geldmarktfonds liegt.
  • Halten Sie pro Bank höchstens 100.000 € pro Person, wenn Sie vollen gesetzlichen Schutz wollen.
  • Erteilen Sie einen Freistellungsauftrag, damit der Sparer-Pauschbetrag genutzt wird.

Anbieter in Deutschland

Zinssätze vom 4. November 2026; sie sind variabel und können sich geändert haben. Bruttozinsen; Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer.

AnbieterZinsArt und Bedingungen
Trade Republic, Zinsen auf Guthaben2,50 %Variabler Zins ohne Obergrenze; Guthaben kann Geldmarktfonds enthalten, mit Kapitalrisiko und ohne Einlagensicherung für diesen Teil.
Scalable Capital, Zinsen auf Guthaben2,60 %Variabler Zins ohne Obergrenze; ohne PRIME+ kann Guthaben in Geldmarktfonds liegen, mit Kapitalrisiko und ohne Einlagensicherung für diesen Teil.
growney, Tagesgeld2,60 %Variabler Zins, keine beworbenen Gebühren; Einlagenbank und geltende Sicherungsgrenze in den Angebotsbedingungen prüfen.
Klarna, Flexkonto2,20 %Variabel; schwedische Einlagensicherung bis zum Gegenwert von 100.000 €
Openbank, Tagesgeld4,00 % für 4 Monate, dann derzeit 2,00 %Neukunden, bis 100.000 €; Einlagensicherung 100.000 € je Person und Bank
Renault Bank direkt, Tagesgeld3,50 % für 4 Monate, Bestandskunden 2,00 %Neukunden, Zinsgrenze 250.000 €; Einlagensicherung 100.000 € je Person und Bank
DKB, Tagesgeld1,00 %Variabel, ab dem ersten Euro; Einlagensicherung 100.000 € je Person und Bank

Über zwölf Monate gerechnet und bei unverändertem Anschlusszins bringt das Openbank-Angebot 2,67 % brutto, nach Steuern etwa 1,96 %. Ein dauerhafter Zins von 2,60 % ergibt nach Steuern etwa 1,91 %, 2,50 % etwa 1,84 %. Der Unterschied zwischen Aktion und Dauerzins liegt damit bei rund einem Zehntelpunkt.

Partnerbanken aus Europa über Raisin

Raisin vermittelt Tagesgeld bei Banken aus anderen EU- oder EWR-Ländern. Zu den höchsten Angeboten am 4. November 2026 zählten BankB (Belgien) mit 2,60 %, Moank (Schweden) mit 2,59 %, Heder Bank (Norwegen) mit 2,56 % sowie Distingo (Frankreich) mit 2,50 %. Jede Einlage sichert das System des Heimatlandes der Bank. Bei einigen Partnerbanken fällt laut Raisin keine ausländische Quellensteuer an; prüfen Sie das je Angebot.

In dieser Serie

Dieser Ratgeber ist Teil einer Serie über kurzfristiges Geld. Die Analyse des Livret A zeigt, wie Frankreichs Sparbuch unter die Inflation fiel. Der Ratgeber zu Geldmarktfonds und die Analyse währungsgesicherter US-Staatsanleihen behandeln die Alternativen. Der Vergleich stellt alle Optionen nach Steuern nebeneinander.

Quellen und Methode

Die EZB-Leitzinsen und die MFI-Zinsstatistik der EZB liefern den Einlagesatz und die Durchschnittszinsen auf Einlagen privater Haushalte; September 2026 ist vorläufig. Reihe: MIR.M.DE.B.L21.A.R.A.2250.EUR.N für täglich fällige Einlagen in Deutschland, mit FR und U2 für Frankreich und den Euroraum. Die Definition stammt aus der Zuordnung der Bundesbank-Zinsstatistik.

Der Durchschnitt der angebotenen Zinsen stammt von Tagesgeldvergleich.net, ein einfacher Durchschnitt über 100 Institute, der Aktionszinsen enthalten kann. Steuern: § 32d und § 20 EStG. Einlagensicherung: BaFin. Inflation: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30. Oktober 2026.

Die Zinssätze der Anbieter wurden am 4. November 2026 auf deren Seiten geprüft; die Zinsen großer Banken stammen aus dem veröffentlichten Vergleich der DKB. Die Zwölfmonatszinsen unterstellen einen unveränderten Anschlusszins und ignorieren den Zinseszins im Jahr. Nach-Steuer-Werte mit 26,375 %, ohne Kirchensteuer und ohne Freibetrag. Monatliche EZB- und Einlagenzinsen (CSV)

Die verlinkten deutschen Gesetzestexte sind Wiedergaben auf dejure.org oder buzer.de; das amtliche Bundesrechtsportal war bei dieser Prüfung nicht abrufbar. Das Schreiben zum Basiszins 2026 ist ein BMF-Dokument auf der BVI-Website.

FAQ

Welche Tagesgeldkonten zahlen ungefähr den EZB-Einlagesatz?

Am 4. November 2026, bei einem EZB-Einlagesatz von 2,50 %, zahlten Broker wie Trade Republic und Scalable Capital sowie einige Partnerbanken auf Raisin dauerhaft etwa 2,5 % bis 2,6 %. Höhere Zinsen waren meist Neukundenangebote für drei bis sechs Monate. Alle Zinssätze sind variabel und können sich jederzeit ändern.

Lohnt sich ein Neukundenangebot?

Rechnen Sie den Zins über die Zeit, in der Sie das Geld halten. Vier Monate zu 4,00 % und danach acht Monate zu 2,00 % ergeben über zwölf Monate 2,67 %, nach 26,375 % Steuer etwa 1,96 %. Das ist etwas mehr als ein dauerhafter Zins von 2,60 %, setzt aber voraus, dass der Anschlusszins gleich bleibt und Sie die Bedingungen erfüllen.

Ist Guthaben beim Broker wie eine Bankeinlage abgesichert?

Einlagen bei einer Bank sind bis 100.000 € pro Kunde und Bank durch die gesetzliche Einlagensicherung des Landes der Bank geschützt. Manche Broker legen einen Teil des Kundenguthabens in Geldmarktfonds an. Fondsanteile sind keine Einlagen und fallen laut BaFin nicht unter die Einlagensicherung. Prüfen Sie in den Bedingungen, wo das Geld liegt.